A soft touch

Ich glaube an die Kontrolle, die einzige Kraft, die Ordnung in das Chaos meines Lebens zu bringen vermag.

Ich glaube, dass ich die schlechteste, wertloseste und nutzloseste Person bin, die je auf unserem Planeten gelebt hat, und daß ich es absolut nicht wert bin bin, die Zeit und Achtung von irgend jemandem zu beanspruchen.

Ich glaube, dass Leute, die mir etwas anderes als das sagen wollen, Idioten sind.
Wenn sie sehen könnten, wie ich wirklich bin, würden sie mich mehr hassen als ich es selbst tue.

Ich glaube an die Regeln als unbrechbare Gesetze, die mein tägliches Verhalten bestimmen sollen.

Ich glaube an die Perfektion und bin bestrebt, sie zu erreichen.

Ich glaube an die Errettung, in dem ich heute härter an mir arbeite als gestern.

Ich glaube an die Kalorienangaben als das geniale Wort von Gott und merke sie mir gut.

Ich glaube an die Waage als meinen täglichen Indikator von Erfolg und Niederlage.

Ich glaube an die Hölle, weil ich mich manchmal so fühle, als würde ich dort leben.

Ich glaube daran, daß die Welt vollständig schwarz-weiß ist, an den Gewichtsverlust, an die Ablehnung des eigenen Körpers und an das Lebens in ständigem Fasten.

Dünn sein bedeutet Schönheit, und deshalb muß ich dünn sein und dünn bleiben, wenn ich geliebt werden will. Nahrung ist mein schlimmster Feind. Ich darf sie anschauen, daran riechen, aber sie nicht berühren!

Ich muß jede Sekunde jeder Minute jeder Stunde eines jeden Tages an Essen denken ... und an Möglichkeiten, es zu vermeiden.
Ich muß mich jeden Morgen als allererstes wiegen und diese Zahl den ganzen Rest des Tages über im Kopf behalten. Sollte die Zahl höher sein als am Tag zuvor, muß ich den ganzen Tag fasten.

Der Feind soll mich nicht in Versuchung führen, und ich werde mich dieser Versuchung nicht hingeben, wenn sie aufkommt. Sollte ich in einem solch schwachen Zustand sein und nachgeben, werde ich mich schuldig fühlen und mich selbst dementsprechend bestrafen, weil ich versagt habe.

Ich werde um jeden Preis dünn sein. Das ist das wichtigste; nichts anderes zählt.

Ich werde mich Ana widmen. Sie wird da sein, wo auch immer ich hingehe, und mich auf dem rechten Weg halten. Niemand anderes zählt; sie ist die einzige, die sich um mich kümmert und mich versteht. Ich werde sie ehren und stolz machen.

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